BEHIND THE BRAND: RUDE – TEIL 1

September 10, 2014
BEHIND THE BRAND: RUDE - PART1

Nun da wir unsere exklusive UO X RUDE Home-Kollektion rausgebracht haben, wollen wir mehr über den Werdegang von RUDE erfahren, um zu verstehen wie aus einem kleinen Illustratoren-Duo aus London, ein gefragtes Designlabel wurde.

Mit Auszügen aus ihrem Buch Time Flies When You’re Being Rude erzählen uns die Gründer und Designer von Rude, Abi und Rupert Meats, die Erfolgsstory von Rude.

1999 BEHIND THE BRAND: RUDE - PART1 BEHIND THE BRAND: RUDE - PART1

Mit einem Skizzenbuch, einem ausgeliehenem Macbook und keiner Ahnung wie man ein Fashion Label startet wurde Rude geboren. Rupert und ich trafen uns in einer Londoner Design-Agentur in den späten 90gern. Wir haben schnell erkannt, dass unsere Designästhetik sehr ähnlich ist. Unser Anliegen war es, etwas neues zu starten und mit verschiedenen Medien zu experimentieren, um unsere ganz eigenen Produkte zu designen.

Nach einigen Bieren im Pub entschieden wir uns zusammenzuarbeiten und ein Start-Up zu gründen. Ich hatte schon einen kleinen Kundenstamm und Rupert hatte auch ein paar Kontakte. Wir registrierten die Firma unter dem Namen „Rude” (eine Abkürzung von RuDesign) und teilten die Anteile zu 50/50 unter uns auf. Wir legten unsere ganzen Geldmittel zusammen, um die wenigen Aufträge die wir hatten, zu erfüllen.

2000 BEHIND THE BRAND: RUDE - PART1 BEHIND THE BRAND: RUDE - PART1

In diesem Jahr nahmen wir bei einem Wettbewerb von Shell teil. Bei dem Wettbewerb ging es darum, den Unternehmer des Jahres zu finden, in etwa so wie bei der TV-Show „Dragons Den“. Diese Erfahrung war sehr lehrreich für uns – zum ersten Mal mussten wir einen Business-Plan mit finanziellen Hochrechnungen und einem richtigen Cashflow erstellen.

Wir finanzierten unser junges Label durch Grafikdesign-Dienstleistungen, die wir einigen unserer Kunden angeboten haben, während wir gleichzeitig versuchten, Rude als Brand zu etablieren. Das ganze Hin und Her wuchs uns über den Kopf und wir entschieden uns daher unseren Fokus mehr auf die wesentlichen Dinge zu richten und unsere ganze Energie in Rude zu investieren.

2001 BEHIND THE BRAND: RUDE - PART1 BEHIND THE BRAND: RUDE - PART1

Da unser Unternehmen schnell wuchs, wurde unser Studio in der Great Portland Street in Soho zu klein für uns. Wir zogen deshalb in ein Studio in der Commercial Street im East-End von London um. Heutzutage ist dies eine etablierte Gegend, aber damals war das ganz anders: Die Pubs waren schon um 21 Uhr zu und sehr viele dubiose Gestalten lungerten auf unserem Gelände herum.

In diesem Jahr sind wir viel gereist, um Rude in neuen Ländern vorzustellen und Agenten in neuen Regionen zu finden. Wir waren zum ersten Mal in Japan, wo Rude sehr gut ankam – die Leute dort waren regelrecht hungrig danach.

2002 BEHIND THE BRAND: RUDE - PART1 BEHIND THE BRAND: RUDE - PART1

Nachdem es bis dato unser Hauptanliegen war den Style und die Attitüde von Rude zu etablieren, machten wir uns auf, um unsere erste komplette Kollektion für Männer und Frauen zu entwerfen. Um uns dabei zu helfen, stellten wir einen Production Manager und einen Absolventen des Saint Martins College of Arts and Design ein. Wir teilten die Kollektion in zwei Brands ein, „Rude T-Shirts“ und „Rude Clothing“.

Vor unserer ersten Kollektion bauten wir ganz auf Basics, wie T-Shirts, Röcke mit A-Linie und schlichte Hemden. Jetzt achten wir mehr auf Trends und denken darüber nach, was unsere Kunden von Rude erwarten. Wir ersetzten unsere Vorliebe für Logos mit subtilen Ätzdrucken und Applikationen. Wir entdeckten neue Textilien wie Seide, Denim und Seersucker. Kurz gesagt: Wir wurden erwachsen.

2003 BEHIND THE BRAND: RUDE - PART1 BEHIND THE BRAND: RUDE - PART1

Dies war ein sehr aufregendes und gleichzeitg anstrengendes Jahr für Rude. Am Anfang des Jahres eröffneten wir einen Concept-Store namens „Let’s Make T-Shirts“ (LMTS) auf der Hanbury Street, nahe der Brick Lane in East London.

Im hinteren Bereich unseres Ladens haben wir Screen-Printing Workshops organisiert, in denen wir T-Shirts nach Kundenwunsch bedruckt haben, während die Kunden auf Ihre T-Shirts gewartet haben.

2004 BEHIND THE BRAND: RUDE - PART1 BEHIND THE BRAND: RUDE - PART1

In diesem Jahr erblickte unser Sohn Billy das Licht der Welt. Die Geburt hat unsere Verrückheit etwas gebändigt und den Blick auf unser Business geschärft. Damit der Laden weiter laufen konnte, waren viele Mitarbeiter neben ihren eigentlich Rollen auch als Babysitter tätig. Das führte oft dazu, dass sich in unserem Laden alles um Billy drehte.

Dieses Jahr erwies sich als schwierig, da unsere finanzielle Lage sich sehr verschlechterte. Viele Geschäfte schlossen, der Einzelhandel befand sich an seinem Tiefpunkt, Klienten brauchten länger, um uns zu bezahlen, während unsere Lieferanten ungeduldig auf ihr Geld warteten. Wir suchten händeringend nach einem Geldgeber. Am Ende des Jahres brachten wir dann unsere letzte Rude Kollektion raus und waren dazu gezwungen unsere Mitarbeiter zu entlassen.

2005 BEHIND THE BRAND: RUDE - PART1 BEHIND THE BRAND: RUDE - PART1

Nach den ganzen finanziellen Schwierigkeiten im letzten Jahr und den neuen Herausforderung, die ein neugeborenes Kind mit sich brachte, entschieden wir uns unser Unternehmen zurückzuschrauben und uns auf unser Kerngeschäft zu konzentrieren. Da unsere Situation keine finanziellen Risiken zuließ, gingen wir lieber auf Nummer sicher und machten Jobs, bei denen wir Honorare bekamen, anstatt in einem instabilen Markt zu kaufen und verkaufen.

Im Jahr zuvor haben wir einen starken Kundenstamm und ein großes Illustrations-Portfolio aufgebaut. Wir entschieden uns dazu, Illustrationen zum Schwerpunkt unseres Business zu machen. Wir schlossen uns mit der Illustrations-Agentur „Blunt“ zusammen, die uns durch ihren unglaublichen Enthusiasmus dazu bewegten, in die Werbebranche einzusteigen.

2006 BEHIND THE BRAND: RUDE - PART1 BEHIND THE BRAND: RUDE - PART1

In diesem Jahr bewiesen wir, dass unsere Stärken darin liegen Produkte und Illustrationen für uns und für unsere Kunden zu designen. Das Gute an dieser Herangehensweise ist, dass man auf einer Seite die kreative Freiheit besitzt zu experimentieren und auf der anderen Seite auch kommerziell erfolgreich sein kann. Es fühlte sich so an, als hätten wir den goldenen Mittelweg gefunden – einen auf dem wir in einem kleinerem Rahmen selbstbewusst unsere eigenen Produkte produzieren konnten.

Das Jahr begann mit einem ungewöhnlichen Auftrag für das Produktdesignlabel „Joseph Joseph“. Seit unserer Gründung haben wir schon viele Drucke für dieses Label designt. Diesmal fragten sie uns jedoch nach einem außergewöhnlichen Design. Wir nahmen uns den Wunsch der Kunden zu Herzen und entwarfen mit Früchten und Gemüse Porträts von berühmten Personen. Das erste Porträt war von Elvis, dessen Haare aus Aubergine bestanden.

Du willst wissen, wie die Story von Rude weitergeht? Dann komm nächste Woche zurück zum UO Blog.

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