BEHIND THE BRAND – MEANWOOD ARTISANS

September 30, 2014
BEHIND THE BRAND: MEANWOOD ARTISANS

Diese Woche feiern wir den Einzug von Meanwood Artisan und seinen exklusiven Leder-GeldbeutelIn in unsere Urban Renewal Kollektion. Meanwood Artisan ist eine Brand aus East London, die vom Lederdesigner Ross Joseph Hall alleine geführt wird.

Mit Werkzeugen in seinen rot gefärbten Händen begrüßt uns Ross in seinem Studio in Bethnal Green (East London), wo er uns verrät, was ihn dazu bewegt hat, Designer zu werden, und uns den Design-Prozess hinter seinen Leder-Portemonnaies veranschaulicht.

BEHIND THE BRAND: MEANWOOD ARTISANS

UO: Hey Ross, erzähl uns was dich dazu inspiriert hat, Lederdesigner zu werden?

Ross: Geprägtes Leder ist was mich zuerst dazu inspiriert hat, Lederdesigner zu werden – ich arbeite immer noch sehr viel damit. Vor einigen Jahren habe ich mein geliebtes geprägtes Leder-Portmonnaie in einem Nachtbus verloren. Es ist für immer verschwunden – ich war am Boden zerstört. Ein guter Kumpel von mir hat vor ein paar Jahren einen Gürtel aus geprägtem Leder vom SXSW Festival mitgebracht. Sobald ich diesen Gürtel gesehen habe, war mir klar, dass ich unbedingt lernen muss, diese Methode zu beherrschen und geprägtes Leder in meinen eigenen Stil integrieren muss.

Vor einigen Jahren habe ich in einem Vintage-Laden gearbeitet, in dem es stapelweise geprägtes Leder gab – Gürtel, Taschen und Portemonnaies. Das hat mein Interesse an geprägtem Leder neu entfacht. In dieser Zeit begann ich nachzuforschen, wie ich meine eigenen Leder-Accessoires entwerfen kann.

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UO: Gibt es einen bestimmten Grund, warum du dich dazu entschieden hast, speziell mit Leder zu arbeiten?

R: Um das zu erreichen, was ich wollte, war Leder die einzige Option. Leder ist ein sehr vielseitiges Material – es bietet unzählige Optionen in Sachen Design, Farbe und Verarbeitung. Ich wollte mich erstmal auf hochwertige Leder-Portemonnaies spezialisieren und mein Repartoire später auf andere Accessoires ausweiten. Um für Qualität und langlebige Produkte bekannt zu sein, muss man mit den besten Materialien arbeiten – da gibt es keinen Weg drum herum.

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UO: Wie kommst du auf die Design-Ideen, bevor du an dem Material arbeitest?

R: Ich finde überall meine Inspiration, aber Instagram war in letzter Zeit eine große Inspirationsquelle für mich. Einigie Leute scheuen sich vor neuer Technologie und dem Vormarsch der Maschinen, aber ich genieße es, mich in sekundenschnelle durch die Profile meiner Lieblings-Tattookünstler, -Lederdesigner, -Künstler und -Fotografen zu scrollen. Wenn ich kein Design im Kopf habe, kann ich schnell etwas Cooles finden, das ich als Inspiration nutzen kann.

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UO: Wie sieht der Design-Prozess eines Leder-Portemonnaies aus?

R: Es hängt davon ab an welchem Projekt ich gerade arbeite, aber generell beginne ich mir Gedanken über die Größe eines Produktes zu machen, damit ich weiß, wie viel Material ich brauche, um das Leder zu schneiden. Manchmal beginne ich auch damit, einen Prototypen mit Leder- oder Karton-Ausschnitten zusammenzustellen. Sobald ich mit dem Layout, dem Plan des Portemonnaies und dem Design an sich zufrieden bin, geht es quasi direkt ins Studio, wo ich dann meine Werkzeuge schleife und beginne, die Stücke auszuschneiden, die ich für das jeweilige Projekt brauche.

Danach wird viel geprägt und gehämmert. Dann presse ich das Bild auf das Leder, färbe es und klebe und nähe das Material zusammen. Als nächstes wird das Portemonnaie gewachst, bevor mit der Polierung der Kanten die Endverarbeitung beginnt.

Ich kaufe das Leder in seiner natürlichen Farbe, bevor ich es wachse und fertig bearbeite. Auf diese Weise kann ich kontrollieren, was für eine Farbe später rauskommt.

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UO: Du arbeitest in einem ziemlich coolem Studio – wie ist es, hier mit den anderen Designern zu arbeiten?

R: Von Gleichgesinnten in einem kreativen Umfeld umgeben zu sein, hält einen sicherlich auf Trab. Es ist sehr inspirierend, den ganzen Design-Prozess eines Stückes mitzuerleben. Mit dem „Parachute Collective“ hat Thomas Rowe (Schuhdesigner und Studiobesitzer) ein Forum für talentierte Designer geschaffen, wo diese gleichzeitig arbeiten und ihre Werke verkaufen können. Es ist großartig, die originalen Designs und genutzten Methoden eines fertigen Produktes von einem der Designer hier zu sehen.

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UO: Woher kommt der Name Meanwood Artisan?

R: Meanwood ist die Gegend in Leeds, in der ich aufgewachsen bin. Ich habe gute Erinnerungen an den Meanwood Park. Als Kind und Teenager habe ich sehr viel Zeit dort verbracht. Ich wollte diesen Spirit auf die Brand übertragen – sozusagen eine gewisse Tradition aufbauen. Artisan ist ein französiches Wort und bedeutet qualifizierter Handwerker. Ich habe es in den Namen der Brand eingebaut, weil ich eine Assoziierung zu hochwertigen Produkten und qualifiziertem Handwerk schaffen wollte. Auf diese Weise kann ich meine Kunden darauf aufmerksam machen, dass viel Zeit und Arbeit in das gekaufte Produkt gesteckt wurde.

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UO: Was machst du, wenn du mal nicht an Leder herumwerkelst?

R: Ich habe mich schon immer kreativ ausgelebt und viele Sachen ausprobiert. Ich mag es, neue Dinge zu lernen und mir neue Fähigkeiten anzueignen, die ich in meinen Job integrieren kann. Ich spiele seit fünf oder vier Jahren in einer Band, die sich ‘Grass House’ nennt. Wir arbeiten im Moment an unserer zweiten Platte. Wir hoffen, dass sie nächstes Jahr fertig ist. Wenn alles gut läuft, werde ich meine Zeit zwischen meinem Lederhandwerk und der Musik aufteilen können.

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