HINTER DEN KULISSEN – ALICE RITTER

March 2, 2015
BEHIND THE BRAND – ALICE RITTER

Wir sind schon seit längerer Zeit große Fans von der französischen Designerin Alice Ritter, deshalb haben wir uns wahnsinnig auf die erste Kollaboration von Alice x UO gefreut. Sogar Alice war ganz aus dem Häuschen und und erzählte uns, dass sie als Französin schon immer von der Aura von Urban Outfitters angetan war. „Ich war sehr beeindruckt von der Entschlossenheit, die sich wie ein roter Faden durch die ganze Kollaboration zieht. Ich konnte es kaum erwarten, das Projekt zu starten.“ Ihre Leidenschaft zur Mode und ihrem Job war sofort zu spüren, als wir uns zum ersten Mal zusammengesetzt haben. Ihre Motivation und ihr Enthusiasmus für ihre Ideen für die Kollektion haben uns direkt angesteckt.

Wir hatten einen kurzen Einblick in ihr Studio in New York. Dort redeten wir über ihre Inspirationen, Erfahrungen als Designerin und was sie unternimmt, wenn sie einen kreativen Blackout hat.

BEHIND THE BRAND – ALICE RITTER

UO: Kannst du uns einen Einblick geben, wie der Design-Prozess bei dir abläuft?

ALICE: Als allererstes habe ich mich auf den Weg gemacht und habe mir die neuen UO Stores angeguckt. Das habe ich getan, um ein besseres Gefühl für die Marke zu bekommen. Der erste Shop war in New York am Herald Square (wo ich lebe). Mein zweiter Stop war in Brooklyn im Konzept-Store “Space Ninety 8”. Ich interessiere mich immer sehr für die neusten Fashion Trends und versuche immer dran zu bleiben. Mode ist für mich wie die Luft zum Atmen. Nach meiner Store-Tour habe ich angefangen an meiner Farbpalette, Materialkarte und den Silhouetten zu arbeiten. Die Ideen kamen von ganz alleine.

BEHIND THE BRAND – ALICE RITTER

UO: Von was oder wem hast du dich bei deiner Kollektion inspirieren lassen?

A: Ich finde, dass Urban Outfitters eine starke und kreative Marke ist. Davon habe ich mich am meisten inspirieren lassen. Ich war schon immer von der Ästhetik und den Produktbildern von UO beeindruckt. Ich interessiere mich auch sehr für Street Style, Modegeschichte, Filme, Musik und Kunst.

Ich lebe schon seit längerer Zeit in New York und liebe nichts mehr als den Stilmix vom frechen amerikanischen Mädchen gepaart mit der französischen ungezwungenen Eleganz. Sie harmonieren ganz gut zusammen. Darunter stelle ich mir strukturierte Teile vor, wie z. B. einen tailierten Overall ohne Ärmel, eine hochtailierte abgeschnittene Jeans, einen weichen Pullover oder etwas, das an eine Uniform erinnert.


BEHIND THE BRAND – ALICE RITTER

UO: An welchem Ort bist du am produktivsten?

A: Am Besten und am meisten arbeite ich in meinem Studio in Manhattan. Meine Entwürfe und Silhouetten erstelle ich auf meinem Computer oder mit Hilfe meines Tablets. Die Zeichnungen sehen aus wie Illustrationen. Aber der Computer bietet mehr Flexibilität, wenn man Proportionen, Farben und Prints ändern oder bearbeiten möchte. Ich liebe es, Prints zu designen.

Wenn ich mal nicht im Studio in New York arbeiten kann, kreiere ich mir mein eigenes mobiles Büro und arbeite oft an meinem Tablet oder Computer in verschiedenen Ländern. Erst kürzlich habe ich ein paar Designs in Hong Kong und Paris entworfen.


BEHIND THE BRAND – ALICE RITTER

UO: Was machst du, wenn du eine kreative Blockade hast ? Und was tust du dagegen?

A: Wenn mir nichts einfällt, versuche ich nicht an Mode zu denken (was mir schwerfällt). Ich versuche mich auf andere Dinge zu konzentrieren und besuche verschiedene Kunstausstellungen oder lese ein Buch. Nach einer neuen Kollektion ich meistens auf Reisen und fliege oft nach Paris, um andere Menschen, Styles und Läden zu sehen. Es ist eine Art kreative Reinigung. Wenn du loslässt und aufhörst, unter Druck kreativ zu denken, kommen dir meistens die Ideen viel leichter. Aber das gilt für viele Blockaden im Leben.

BEHIND THE BRAND – ALICE RITTER

UO: Was magst du am liebsten in deinem Studio?

A: Zurzeit dient das Studio nur als Übergang. Ich ziehe vielleicht in ein paar Wochen ein paar Blocks weiter, deshalb herrscht hier so ein Chaos. Meine Bücher sind mir am wichtigsten. Ich kann stundenlang in Kunstbücher, oder in die Vergangenheit der Modegiganten wie Jeanne Lanvin oder Madeleine Vionne ( mein Favorit ) eintauchen. Ich besitze ein Buch über russisches Ballett und Diaghilev. Diese Bücher haben mich z. B. zurück in das Jahr 1910 nach Paris versetzt. Es ist wie eine Zeitreise.

BEHIND THE BRAND – ALICE RITTER

UO: Was war deine wertvollste Lektion oder Idee, die du in all den Jahren als Designern gelernt hast?

A: Es dauert Jahre, um sein Handwerk zu verbessern. Du musst sehr geduldig sein und akzeptieren, dass der Prozess sehr langsam sein kann. Es fühlt sich so an, als ob die Arbeit nie ein Ende hätte und nie fertig wird. Es ist leichter gesagt als getan, aber du solltest nie aufgeben. Es ist nämlich nicht am schwierigsten auf Ideen zu kommen sondern gute Ideen zu behalten und zu verfolgen. Gute Überarbeitung ist der Schlüssel zum Erfolg und vermeidet Nervenzusammenbrüche. Man kann von Glück reden, wenn man ein Team hinter sich hat, das einem hilft.

HINTER DEN KULISSEN - ALICE RITTER