UO SOUND: THROWING SHADE – HONEYTRAP

April 29, 2015

Wenn es nach uns geht, den Sommer 2015 in musikalischer Form zu beschreiben, dann wohl mit dem neuesten Track von UK Djane und Produzentin Throwing Shades. Ihre letzten Alben „Critical Acclaim“ und „Fate Xclusive“ verzaubern mit kosmischem R´n´B , einem Hauch Synth, vereint in einer großen Klanglandschaft mit verlockenden Beats. Wie eine sanfte sinnesbetörende Sommer-Affäre – perfekt geeignet für sonnige Nachmittage.

Urban Outfitters und Throwing Shades haben nun gemeinsame Sache gemacht und gemeinsam ein Video für ihre aktuelle Single, Honeytrap feat. Emily Bee“ vom Album “Fate Xclusive“ gedreht. Beim Dreh haben wir dann natürlich direkt die Gelegenheit genutzt und mit Throwing Shades aka Nabihah über Ethnomusikologie, die Gleichmachung von Coolness aka Mainstream und irgendwas dazwischen geplaudert.



UO: Wie würdest du dein Album „Fate Xclusive“ beschreiben? Woher kommt der Name?

Throwing Shade: Ich würde es als 50% ekstatisch und 50% melancholisch beschreiben. Jeder teilt ein besonderes Schicksal.

UO: Welche Ideen und Stimmungen haben dich zu diesem Song inspiriert?

Throwing Shade: Hitze. Mit Freuden rumhängen. Alleine sein und über Dinge nachdenken. Die ganze Nacht in Clubs tanzen und Musik hören, die dir dieses verrückte Gefühl gibt. Dieses Gefühl, wieder ein Teenager zu sein und an einem ruhigen Sommer-Abend mit einem geöffneten Fenster auf deinem Bett zu liegen und dabei Musik zu hören.



UO: Hat sich dein Sound im Vergleich zu den vorherigen Alben geändert?

Throwing Shade: Es ist immer noch irgendwie einzigartig, allerdings diesmal mit mehr Tiefe und Struktur.

UO: Wie läuft der Prozess ab, wenn du Lieder schreibst? Hast du direkt einen kompletten Song in deinem Kopf oder entsteht er während des Schreibens?

Throwing Shade: Normalerweise, wenn ich an etwas Großem arbeite, kommen mir die Ideen meistens auf Anhieb und ich schreibe alles in einem runter. Aber es gibt auch Zeiten, in denen ich ewig an etwas rumschreibe, um es dann am Ende zu löschen, da ich mir nicht gefällt. Also kann man schon irgendwie sagen, dass ich auf den Moment der Erleuchtung bzw. Eingabe warte. Alle Lieder, die ich bis jetzt veröffentlicht habe, kamen auf diese Art und Weise zustande. In diesen Momenten, spontan und unvorhergesehen aber voller guter Kreativität. Dies passiert bei mir meistens in der Nacht.



UO: Du hast einen Abschluss in Ethnomusikologie. Gibt es Länder, die deine neue Single inspiriert haben?

Throwing Shade: Nicht bewusst, aber wahrscheinlich unbewusst. Ich glaube alles, was aus meinem Kopf heraus kommt, ist beeinflusst von all den Dingen, die reingehen. Vielleicht hören die Leute da draussen andere Elemente aus meiner Musik heraus. Ich warte einfach ab, was sie darüber denken und interpreteren.

UO: Du bist eine Vollblutmusikerin und bist zudem erfolgreich als Radio DJane und Live Djane unterwegs. Siehst du diese beiden Musik-Bereiche getrennt voneinander oder sind sie für dich lediglich unterschiedliche Bestandteile in deinem musiklischen Kreativprozess?

Throwing Shade: Ich würde sagen, dass sie eher getrennt voneinander zu betrachten sind, da für jeden Bereich eine unterschiedliche Herangehenweise habe. Wenn ich meine Show für den Radiosender NTS vorbereite, ist es meistens ein sehr strukturierter Prozess. Anders ist es wenn ich in Clubs auflege, da möchte ich die Leute zum Tanzen bringen und zugleich durch ein interessantes Set auffallen. Hierzu mixe ich auch mal vielleicht weniger harmonische Tracks und bringe neuen Schwung rein. Beim Produzieren meiner eigenen Musik hingegen muss ich allerdings einen absolut klaren Kopf haben und darf nicht abgelenkt werden. Umso mehr ich über die Frage nachdenke, stelle ich fest, dass jeder Bereich in sich unterschiedlich ist. Aber es gibt auf jeden Fall einige Überschneidungen, vor allem auf der Suche nach neuen Sounds und der Entwicklung neuer Ideen.



UO: Was denkst du, wie wird sich die Musik in 50 Jahren anhören?

Throwing Shade: Allein der Gedanke schüchtert mich schon ein! Ich glaube, dass Musik Stimmungen und Gefühle noch deutlicher reflektieren wird. Die Menschen werden sich für Musik entscheiden, die sie in eine bestimmte Gefühlslage versetzen wird und nicht danach gehen, was sie gerade hören wollen. Also zum Besipiel, wenn sie glücklich sein wollen, dann werden sie Lieder hören, die sie glücklicher fühlen lässt. Ich glaube, Musik wird mehr nach Gefühlen, die sie erzeugt, kategorisiert werden und weniger danach wie es sich anhört.



UO: Lass uns über Mode reden! Wie wichtig ist dir ein persönlicher Stil?

Throwing Shade: Kleidung ist sehr wichtig für mich, weil sie Ausdruck deiner Persönlichkeit ist, die Art wie du mit deiner Umwelt kommunizierst. Ich verstehe Menschen nicht, die behaupten, dass sie nicht überlegen was sie anziehen. Style ist mir ebenfalls sehr wichtig, allerdings scheint dies auf den Straßen immer seltener zu werden. An Stelle von Styles sieht man aktuell nur noch Trends. Die Menschen folgen diesen „Trends“ blind und tragen Kleidung, weil sie denken, dass das gerade „IN“ ist und das man es tragen muss, um beispielsweise cool rüberkommen. Ich glaube, es mangelt vielen an Selbstbewusstsein und ich bin total gegen den Mainstream, das „Cool-Sein“. Ich mag es sehr, wenn Leute aus der Masse hervorstechen und etwas aus Überzeugung tragen.



Hier geht’s weiter: