BEHIND THE BRAND: MR NATTY

May 27, 2015

Also entweder sind es die Frühlingsgefühle oder eine vorgestellte biologische Uhr aber…mannomann, was sehen die Männer wieder gut aus. Wie kann das sein? Ein guter Jahrgang? Nein, wir können nur Mr. Natty danken, die Herren der Schöpfung wieder zu echten Schnitten zu machen. Zucker! Mr. Natty’s Bartöl verwandelt jeden Gesichtsurwald im Handumdrehen zum Schrebergarten, das Rasieröl lässt Männergesichter strahlen, Rasierklingen graziös wie Eiskunstläufer übers Gesicht gleiten und die Bartpomade lässt jeden Schnauzer wie Stierhörner wirken.

Wir haben Mr. Natty’s Barbierbaron Matt Ryner besucht, um ihn a) bei der Arbeit zuzusehen und b) mit anstrengenden Fragen zu nerven, während er die Klinge über eine fremde Kehle führt.


UO: Wie entstand Mr. Natty?

Matt: Das Ganze hat eigentlich als Blog angefangen. Ich bin beruflich durch die Welt gereist, um Haare zu schneiden. Dabei habe ich natürlich allerhand gesehen und meine Eindrücke auf meine Blog festgehalten, alles von Land Rovers und Kleingärten bis hin zu Anglern und Rummelplätzen.

Meine Freunde haben mich immer um Rat gebeten, weil sie sich nicht sicher waren, welche Pflegeprodukte sie benutzen sollten. Ich habe viele Produkte selbst getetestet, war aber nie wirklich zufrieden. Darauf hin habe ich beschlossen, selber Bartöl und Schnurbart zu produzieren. Ich habe ein paar leere Dosen auf eBay bestellt und alles in meiner Küche hergestellt. Die ersten zehn habe ich zu einem kleinen Menswear Store gebracht und sie gefragt, ob sie das Produkt für mich testen können…ohne viel Hoffnung, dass ich jemals wieder von ihnen hören werde. Sie haben mich noch am selben Nachmittag angerufen. Die zehn Dosen waren mir nichts, dir nichts ausverkauft. Also habe ich angefangen, mehr zu produzieren… erst 20, dann 30, und mit steigender Nachfrage habe ich immer mehr verschiedene Produkte mit höherer Auflage produziert.



UO: Und woher kam der Name, “Mr. Natty”?

Matt: Ich habe immer viel wert auf mein Äußeres gelegt und meine Freunde haben immer „you’re natty, a bit batty“ (natty = schick, batty = UK Slang jamaikanischer Herkunft für “Schwuli” / “Homo”) gesagt. Ich dachte ich benutz das einfach so. Ist ja auch irgendwie ganz witzig. Als ich damals in St James meine Ausbildung gemacht habe, waren überall viele Lords und Adel. Keiner von denen hat seinen bürgerlichen Namen benutzt, da hieß es nur Mr. dies und Mr. das.

UO: Kannst du uns mehr von deinem berühmten Bart Elixir erzählen?

Matt: Die Idee mit dem Bart Elixir hatte ich, weil zu der Zeit jeder einen Bart hatte und sich beschwert hat, dass er juckt, zu lang oder zu kurz war. Die ganze Sache zu entwickeln war ein langer Prozess, da ist viel Wissenschaft mit eingeflossen und wir haben lange herumexperimentiert, bis wir uns 100% sicher waren. Ich habe viel Zeit und Geld investiert, aber das positive Feedback zeigt mir, dass es die richtige Entscheidung war. Mein guter Freund malt Schilder auf Rummelplätzen und hat mit mir zusammen das Logo entworfen.



UO: Woran liegt es, dass sich wieder mehr Männer dem Pflege / Grooming-Thema öffnen?

Matt: Um ehrlich zu sein, glaube ich, dass Männer sich immer viel Gedanken über ihr Aussehen gemacht haben. Damals hat man halt nicht so offen darüber gesprochen aber heutzutage kann man das Thema ganz offen angehen. Männer sind an sich wissbegierig, was Produkte angeht. Wenn man einmal damit angefangen hat, will man mehr über die Produkte erfahren. Das ist genau wie mit Makeup oder Schuhen…wenn du einmal angefangen hast, bist du abhängig (lacht).

UO: Was sind die Top Pflegeprodukte, die jeder Mann im Haus haben sollte?

Matt: Ohne allzu arrogant zu klingen, aber die wichtigsten Produkte sind die, die ich hergestellt habe. Die ganze Idee ist ja aus einem Mangel an essentiellen Pflegeprodukten geboren. Unsere Shipwreck Soap ist ein All-Rounder. Man kann sie als Rasierseife, Deo-Stick, zur Gesichtswäsche und sogar als Shampoo benutzen. Unser FFS Bart Shampoo (steht für Face Forest Soap) ist auch gut. Funktioniert einwandfrei, der Bart wird weich und geschmeidig und wenn Freunde sie bei dir im Bad sehen, gibt es immer was zu lachen.

Unser Rasieröl kann in Kombination mit der Rasierseife benutzt werden oder auch allein. Durch das Öl wird die Haut weicher als der weicheste Baby-Popo und es riecht auch noch gut. Willie Mack’s All Over Wax ist ein weiteres Multitalent. Man kann ihr als Body Lotion, Face Moisturiser oder sogar als Haarwachs benutzen. Unser Hair Preperation Clay wurde mit einer sehr schweren Textur entworfen, sodass die Haare nicht zu sehr glänzen aber man sie trotzdem perfekt stylen kann.



UO: Was steht bei dir als nächstes an? Wie sieht Mr. Natty’s Zukunft aus?

Matt: Normalerweise frage ich immer meinen Sohn oder meine Tochter “Was hälst du von der Idee?” und dann kommt entweder ein “Gute Idee, Papa” oder ein “Nee, Papa, das wird nichts”. Witzigerweise sind alle Produkte, die ich jemals herausgebracht habe, 100% von meinen Kindern beeinflusst. Ich mache nichts, was sie nicht für gut empfinden. Wir arbeiten gerade noch an vielen anderen Produkten, aber alles top secret.

5 Tips für die perfekte Nassrasur

1) Vorbereitung ist alles. Du solltest auf jeden Fall gute Seife imHaus haben. Benutze Rasieröl nach einer heißen Dusche oder wasche dein Gesicht mit warmen Wasser. Die Klinge(n) sollte(n) immer stets scharf sein.



2) Wenn du sensible Haut hast, solltest du auf jeden Fall in Bartwuchsrichtung rasieren.



3) Halte dein Gesicht nach der Rasur feucht. Rasieröl ist bestens dafür geeignet. Da es auf Öl basiert, wirkt es als Moisturiser und versorgt deine Haut mit Nährstoffen.



4) Die beste Zeit für die Nassrasur ist morgens nach dem Aufstehen, vor dem Frühstück. Durch das Essen und den danach einsetzenden Verdauungsprozess wird die Durchblutung der Haut angeregt. Die unter der Haut liegenden Äderchen sind dann aktiver und damit auch leichter mit der Rasierklinge zu verletzen.

5) Du solltest immer ein gutes Aftershave benutzen, um die Poren wieder nach der Rasur zu schließen.



Beende den Satz:

Wenn ich an irgendeinem x-beliebigen Ort auf der Welt sein könnte, wäre ich…in Cornwall auf einem Feld mit meiner Familie und meinen Freunden
Wenn ich kein Barbier geworden wäre, wäre ich ein…Bauer. Als ich von der Schule gegangen bin, habe ich eine Landwirtschafts-Schule besucht. Hühner, Garten…das kann ich mir ganz gut vorstellen.
Der Theme Song meines Lebens wäre…Benny and the Jets, Elton John.
Ich bin süchtig nach…Kuchen. Wenn ich ein Meeting habe, bringe ich immer Kuchen mit.
Ich bin kein Fan von…Hundekacke auf den Straßen.
Ich wünsche ich könnte…Klavier spielen.