ESSEN FOTOGRAFIEREN MIT ISSY CROKER

August 20, 2015
Issy Croker

Die 23-Jährige Lifestyle- und Food-Fotografin Issy Croker, gibt uns eine Lektion, wie man sein Essen am besten fotografiert. Sie ist ein Teil des Food-Blogs „The Curious Pear“ und arbeitet für das Magazin „Suitcase“. Issy du bist unser Food-Guru! Sie zeigt uns, wie man mit dem Licht spielen kann und wie man ein Tisch dekoriert. Probier Issys Tricks & Tipps aus und werde zum Pro. Erlebe ein paar kulinarische Abenteuer.

Es werde Licht!
Zucchini mit hausgemachtem Mandeln & Edamame Bohnen Pesto

Jeder Fotograf weiss, dass das Licht dein bester Freund oder dein Feind sein kann. Nicht jeder hat das Glück in einem belichteten und offenen Raum zu fotografieren, aber da gibt es noch andere Tricks. Positioniere dich so nah wie möglich an einer natürlichen Lichtquelle (wie z. B. ein Fenster). Falls du es mit dem Schatten zu tun hast, nimm ein weißes Papier zu Hand und versuche damit das Licht zu reflektieren. Somit bekommst du mehr Helligkeit in dein Bild. Ich kaufe das Papier meistens bei einem Künstlerbedarf, denn die sind meistens recht günstig. Ich würde dir nicht empfehlen dein Essen in einem Restaurant zu fotografieren, es sei denn du möchtest den Preis für die unsozialste Person bekommen. Falls es möglich ist, setz dich so nah wie möglich ans Fenster oder am Eingang, damit du soviel Licht wie möglich abbekommst.



Ein häufiges Missverständnis ist, dass viele denken, dass das Sonnenlicht super auf Fotos wirkt, aber leider bewirkt es das Gegenteil. Grelles Licht kann ein Foto ruinieren. Wenn du draußen fotografieren möchtest, stelle dich immer in ein diffuses Licht. Versuche Deckenleuchten und Neonlichter zu vermeiden. Dies kann dazu führen, dass das Essen unappetitlich und künstlich wirkt. Und ich glaube, keiner will einen Salat essen, der radioaktiv aussieht.

Über den Tellerrand schauen
Gambas & Zitronen Ravioli mit Dill
Radieschen auf Roggen-Brot


Bevor du dein Shooting anfängst, überlege dir, welche Deko-Utensilien dein Essen mehr zur Geltung bringen würden. Suche dir verschiedene Materialien aus wie z. B. Holz, interessantes Keramik oder Besteck. Das ganze drumherum, lassen die Details noch mehr herausstechen und dein Foto wird mehr als nur ein Abbild von deiner Mahlzeit sein.



Halte Ausschau nach guter Qualität aber halte lieber alles in neutralen Farben. Das bringt dein Foto auf ein anderes Level. Ich liebe die Wirkung von Leinen auf Bildern, auch wenn es nur dezent ist. Die perfekten Orte für Leinen, Teller oder dekorative Accessoires sind Flohmärkte, Second-Hand-Läden und Vintage-Läden. Oder ihr stöbert in einem Ramschladen nach altem Holz.



Sei nicht zu perfekt!
Schokoladenkuchen ohne Mehl
Grüner Salat mit Radieschen, Walnüssen & Pistazien




Wenn man Sauerei machen kann, dann ist es bei Food-Shootings. Krümel und Essens-Kleckse sehen viel reizvoller und essbarer aus, denn Perfektion ist oftmals langweilig. Makellose Teller sind sehr schön, aber ein zu sehr gestelltes Foto, kann sehr schnell die natürliche Schönheit vom Essen zerstören und sieht inszeniert aus. Erlaube der Schokolade zu schmelzen, nehme einen Bissen von dem Brot und erlaube dem Keks zu krümeln.



Die Fotoshooting Location
Croissants, Kaffee & Marmelade
Griechischer Yoghurt mit goldenen Leinsamen, schwarzen Beeren & Pistazien




Auch wenn das Essen im Mittelpunkt stehen sollte, macht es einen großen Unterschied, wenn man dem Ganzen eine Geschichte verleiht. Jeder ist neugierig und möchte wissen, was der andere während dem Tag macht. Wenn man z. B. ein Magazin oder ein Buch daneben legt, macht es die ganze Sache interessanter und persönlicher. Spiel Hände mit ein in das Bild, denn die Leute wollen meistens ein Zusammenspiel mit dem Essen sehen. Falls du ein Frühstück abfotografierst, lege eine Tageszeitung darunter oder beim Abendessen einfach ein Cocktail daneben stellen. Ich liebe einen beladenen Tisch, denn ein Bild mit vielen Farben und Textur ist auffälliger. Richte das Essen wie ein Festmahl und nicht wie das Fasten.



Lass dich inspirieren
• Rosie Birketts (@rosiefoodie) Mexikanisches Ceviche mit Avokado Crème.

Gib deinem Daumen ein kleines Workout und verbringe etwas Zeit damit Fotografien von anderen Menschen anzugucken. Instagram und Pinterest sprudeln nur so vor tollen Bildern und neuen Inspirationen. Einer meine Lieblingsprofile ist das von einem dänischen Freund und tollem Fotografen @lachristus. Nur durch das Verfolgen seines Profils, habe ich sehr viel über das Licht und die Farben gelernt. Es ist toll, was man von anderen Menschen lernen und für seine eigene Arbeit verwenden kann. Man findet auch unter anderem tolle Rezepte wie von z. B. @rosiefoodie. Du solltest aber nur den Leuten, die du bewunderst folgen und überlege was dich an deren Arbeit wirklich fasziniert. Magazine und Kochbücher sind auch vollgepackt mit schönen und interessanten Fotos. Das Tollste an der ganzen Sache ist, dass die Welt belagert ist mit talentierten Menschen und du ständig neue Techniken und Ideen für deine eigene Arbeit lernen kannst.



Arbeite im Kreis
Eingelegter Ingwer & Vanilleschote Ice Creme Sandwich eingetaucht in dunkler Schokolade

Ich finde von oben Essen zu fotografieren, was ich sehr oft mache, hat etwas sehr Besonderes. Vor allem, wenn man mit runden Lebensmitteln arbeitet. Die Kamera von einem Smartphone ist leicht weitwinklig, also alles was nicht ins Bild passt, sieht aus, als ob es gleich vom Tisch fallen würde. Wenn du es mit diesem Problem zu tun hast, dann versuche alles so mittig, wie möglich zu platzieren, und beschneide das Foto danach, damit du mehr die Kontrolle über die Perspektive hast.



Erfahre mehr über deinen Winkel
Kokosmilch-Käsekuchen mit gefrorernen Beeren
Ceviche mit Avokado-Cremea


Wie ihr bereits vielleicht gemerkt habt, bevorzuge ich Bilder, die von oben geschossen werden. Ich mag aber auch Fotos mit dem direkten Fokus auf das Essen. Ich lasse ungern freien Platz auf dem Foto. Ich versuche so gut wie möglich das Bild zu füllen. Spielt herum und umrahmt die Mahlzeit mit tollen Dingen. Falls ihr ein Festmahl fotografiert, schneidet die Ecken so, dass man denken würde, dass noch mehr auf dem Tisch liegen würde.



Ein halber Teller oder ein Viertel mehr vom Tisch im Bild, lässt das Ganze wirken, als ob es ein ganzes Bankett sei. Es kommt auf das Beschneiden des Bildes an und man muss ein bisschen irreführend mit der Linse spielen. Ganz wichtig ist es, dass ihr Spaß beim Food-Shooting habt. Und du solltest auch nur Essen abfotografieren, dass du auch wirklich magst. Man sollte es nicht zu Ernst nehmen und man lernt aus Fehlern.