IM GESPRÄCH MIT: CATHERINE POCKSON

August 26, 2015
Alpines

Catherine Pockson gehört zu dem Elektro-Duo „Alpines“. Sie stand bereits schon mit Florence Welch und The Maccabess auf der Bühne. Catherine wollte schon immer Musikerin werden und lernte schon mit 10 Jahren Klavierspielen. Wir trafen die Sängerin in ihrem Zuhause und bekamen die Möglichkeit in ihre Welt einzusehen.

UO: Wann wurde dir bewusst, dass du Musikerin werden wolltest?

Ich habe schon immer Musik gemacht und Lieder geschrieben. Ich spiele Klavier, seitdem ich 10 Jahre alt bin. Ich hätte niemals gedacht, dass ich eines Tages wirklich Musikerin werde. Ich war nie richtig gut in der Schule und meine Lehrer haben mir damals immer gesagt, wenn ich Musikerin werden möchte, werde ich als Kellnerin enden. Da ich von meinem Umfeld nie wirklich unterstützt wurde, war es während meiner Kindheit, immer nur ein Traum Musikerin zu werden. Als ich mein Studium beendet habe, wurde mir bewusst, dass es für mich nichts anders gibt als die Musik. Alles andere hat für mich keinen Sinn gemacht und Musik war mein einziger Lebensinhalt.

UO: Kannst du ein Instrument spielen?

Ich kann Klavier spielen. Oh, und erst letzte Woche habe ich auf einem Metall-Mülleimer getrommelt. Wir haben da gerade an einem Track gearbeitet und wollten einen speziellen Sound mit einarbeiten, und so kam uns die Idee mit der Trommel. Bob war der Meinung, jetzt anzufangen trommeln zu lernen, wäre sinnlos. Aber ich bin trotzdem glücklich, dass mein „Mülleimergetrommel“ im Track mit eingearbeitet wurde.



Free People – Maxikleid „City“ in Rosa und Cheap Monday – Halskette in Silber mit Perle .

UO: Wann hast du Bob kennengelernt und wie entstand Alpines?

Wir haben uns im Jahr 2010 auf einer Hochzeit kennengelernt. Bob war in der Hochzeitband und ich war zu der Zeit Solo unterwegs. Ich hatte mehrere Auftritte mit meinem Piano. Nebenher hat Bob Lieder produziert. Er ist einfach ein Zauberer. Er ist unheimlich gut in Beats produzieren. Eines Tages hat er mich zu sich eingeladen, um ein paar von seinen Tracks anzuhören. Es hat sofort gefunkt, als ich seine Lieder gehört habe, und ich fing gleich an dazu zu singen. Und schon nach ein paar Tagen haben wir mehrere Songs produziert.

UO: Ihr bezeichnet euren Sound als “Night Pop”- Wie entstand dieser Sound?

Night Pop entstand aus einem Witz heraus. Wir haben uns darüber lustig gemacht, dass man heutzutage die Musik, die man macht, einen offiziellen Namen geben muss. Allgemein Musik zu benennen ist sinnlos. Wir haben gesagt, falls wir unserer Musik einen Namen geben würden, dann würden es die Journalisten lieben, und so war es dann auch. Als wir angefangen haben zusammen Musik zu machen, haben wir viel nachts produziert, weil wir während des Tages arbeiten mussten. Wir sind oft nachts rumgefahren und haben uns inspirierende Künstler wie Burial, Jamie Woon und The XX angehört. So kam es zum Night Pop.

Aber das ist die Vergangenheit. Unser aktuelles Album ist mehr etwas für den Tag. Vielleicht sollten wir sogar eine neue Musikkategorie entwickeln, die sich dann „Twillight Pop“ nennt. Aber ich befürchte, wenn wir das tun würden, dann wären viele Robert Pattinson Fans enttäuscht. Stell dir vor, wenn sie dann bei unseren Gigs auftauchen und dann feststellen, dass unsere Musik nichts mit Vampiren zu tun hat. Zurück zum Thema: Wir finden es nicht richtig, wenn man versucht Musik in eine Schublade zu stecken. Wir sind genau so inspiriert von Hip Hop so wie auch von klassischer Musik.

Minkpink – Pullover aus Grobstrick mit Rollkragen und LF Markey Flare High Rise Flare Jean.

UO: Mit wem würdest du am liebsten zusammenarbeiten?

Prince!

UO: Was war dein Highlight in deiner Karriere?

Es gab so viele Highlights! Wir hatten echt ein wahnsinniges Glück. Aber einer meiner Highlights war es der Support-Act für Florence and The Machine in London zu sein.

UO: Aus welcher Lektion hast du am meisten gelernt?

Ich könnte ein ganzes Lektionen-Buch schreiben. Ich habe alle Seiten des Musikbusiness kennengelernt. Eigentlich könnte ich wirklich eines Tages ein Buch schreiben. Aber im Großen und Ganzen sollte man nie aufgeben, nur weil andere um dich herum andere Prioritäten haben. Du musst echt ein dickes Fell haben, um in dieser Industrie zu überleben. Da gibt es keinen Platz für Selbstzweifel. Man braucht von jedem ein bisschen und man sollte immer bescheiden bleiben, das bringt einen nach vorne. Selbstglaube ist sehr wichtig. Es wird Zeiten geben, wo sich nicht viel ändert und wo man nicht vorankommt. In solchen Zeiten muss man dran bleiben und abwarten und an sich fest glauben. Hör auf dein Herz und dein Bauchgefühl.

Pins & Needles – Bluse mit Rüschen und Senso – Stiefel „Sadie III“ mit Ponyfell und Schlangenprint .

UO: Was inspiriert dich persönlich und deine Arbeit?

Alles Mögliche! Ich weiß das hört sich ziemlich langweilig an. Aber manchmal fühle ich mich wie ein Schwamm, der alles aufsaugt. Ich bin ziemlich offen für alles und lass mich gerne von alltäglichen Dingen bis zu einzigartigen Reisen inspirieren. Ich halte immer Ausschau nach Inspirationen. Wir gehen gerne ins Kino. Erst heute Morgen haben wir den Iris Apfel Film gesehen. Danach haben wir für unser Fotoshooting recherchiert. Wir lernen sehr viel von anderen Künstlern und Musikern. Wir gehen auch gerne raus in die Natur und lesen viel. Wir sind große Mutter-Natur-Fans.

UO: Welche Musik hast du in deiner Kindheit gehört? Hat das deinen heutigen Sound beeinflusst?

In meiner Kindheit habe ich viel Blues, Soul und Folk Musik gehört. Mein Vater hat diese Musikgenres besonders gemocht. Ich hatte einen Cousin, der damals für Domino Records gearbeitet hat. Als ich ein Teenager war, hat er mir viele coole Künstler gezeigt. An Weihnachten habe ich immer Promo CDs von ihm geschenkt bekommen. Ich habe unter anderem zusammen mit meinen Freunden Künstler wie Lauryn Hill und En Vougue rauf und runter gehört. Unter anderem mag ich Elliot Smith, Portishead, Massive Attack und Radiohead. Im Großen und Ganzen war es ein wilder Mix von Allem. Natürlich haben sie alle meine heutige Musik inspiriert und sie bleiben immer ein Teil von mir.

Urban Renewal Vintage Remnants – Kimono-Oberteil in Blau und Urban Outfitters – Schimmernder Pullover mit Rollkragen .



UO: Welches ist dein Lieblingszeitalter?

Das ändert sich ständig! Wir sind beide süchtig nach der Geschichte! Mein Lieblingszeitalter wäre die antike griechische Zeit, weil es da starke Visionäre gab. Ich liebe die damalige Kunst, Architektur und Philosophie. Aus romantischer Sicht mag ich die 60er Jahre. Hauptsächlich mag ich das Zeitalter aufgrund der Filme, den Sternchen und der Kleidung.

UO: Was ist dein persönliches Must-Have in deinem Kleiderschrank?

Das ist eine schwierige Frage, denn mein Stil ändert sich ständig. Aber ich liebe eine Hight-Waist Schlaghose aus Jeans, gepaart mit einem schwarzen Rollkragenpulli. Ich mag es elegant und aufgepeppt mit verschiedenen Accessoires.

UO: Welche Designer magst du zurzeit am Liebsten?

Marta Jakubowski, Casely-Hayford, James Long, Lukhanyo Mdingi und Sophie Hulme. Die Liste ist lang. Ich liebe auch die Kreationen von dem Designer Riccardo Tisco. Meine Freundin Marina London designt schöne Teile aus Seide. Ich bin sehr Stolz darauf, was sie bisher geschafft hat.



And finally…

I’m currently listening to… The Maccabees new album ‘Marks to Prove It’
My guilty pleasure is… Oreo milkshake
If I could unhear a song, it would be… ‘bird is the word’
My favourite time of the day is… dusk
My favourite season is… Autumn
My biggest release is… hitting a tennis ball really hard
If I could be anywhere in the world right now it would be… on a mountain overlooking the world